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TPQG

Lebens­hil­fe Schwä­bisch Gmünd – Ein­schät­zung zum TPQG und zur Situa­ti­on der Teil­ha­be in Baden‑Württemberg

TPQG_​UnterschriftenaktionSchwä­bisch Gmünd, 16.01.2026/Stellungnahme

Die Lebens­hil­fe Schwä­bisch Gmünd nimmt Stel­lung zu den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen rund um das geplan­te Teil­ha­be- und Pfle­ge­qua­li­täts­ge­setz (TPQG) in Baden‑Württemberg und die damit ver­bun­de­nen Dis­kus­sio­nen zur Finan­zie­rung der Eingliederungshilfe.

Her­aus­for­de­run­gen der Kom­mu­nen und struk­tu­rel­le Unterfinanzierung

Die Kom­mu­nen in Baden‑Württemberg ste­hen, wie vie­le bun­des­weit, auf­grund der gestie­ge­nen Kos­ten der Ein­glie­de­rungs­hil­fe unter erheb­li­chem finan­zi­el­lem Druck. Auch Schwä­bisch Gmünd ist davon betrof­fen. Das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz war ein wich­ti­ger Reform­schritt, wur­de jedoch auf Bun­des­ebe­ne struk­tu­rell unter­fi­nan­ziert, sodass Städ­te und Gemein­den nun die Haupt­last tra­gen müssen.

Die­se Pro­ble­ma­tik wird von vie­len Ver­ant­wort­li­chen zu Recht ange­spro­chen. Die Lebens­hil­fe Schwä­bisch Gmünd erkennt die Not­wen­dig­keit an, mit knap­pen Res­sour­cen ver­ant­wor­tungs­voll umzu­ge­hen und ziel­ge­rich­te­te Ein­spa­run­gen zu prüfen.

Gleich­zei­tig müs­sen jedoch die Gren­zen klar benannt wer­den: Spar­maß­nah­men dür­fen nicht zu Las­ten der Men­schen mit Behin­de­rung erfol­gen, die auf Teil­ha­be­leis­tun­gen ange­wie­sen sind, um ihren All­tag bewäl­ti­gen und ein selbst­be­stimm­tes Leben füh­ren zu können.

War­nung vor einer gefähr­li­chen Debattenkultur

Die Landes‑Behindertenbeauftragte Baden‑Württembergs hat in ihrer Stel­lung­nah­me vom Janu­ar 2026 deut­lich auf die zuneh­men­de unsach­li­che und ver­let­zen­de Spra­che in der poli­ti­schen Debat­te hin­ge­wie­sen. Aus­sa­gen, wonach Men­schen mit Behin­de­rung im „Schla­raf­fen­land“ leb­ten oder angeb­lich über­mä­ßig von öffent­li­chen Mit­teln pro­fi­tie­ren wür­den, ste­hen im star­ken Gegen­satz zu ihrer tat­säch­li­chen Lebens­rea­li­tät, die oft geprägt ist von Bar­rie­ren, feh­len­der Bar­rie­re­frei­heit, Dis­kri­mi­nie­rung und sozia­ler Aus­gren­zung.
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Die­se Stim­mungs­la­ge ist gefähr­lich, da sie gesell­schaft­li­che Spal­tun­gen ver­tieft und Men­schen mit Behin­de­rung als Belas­tung statt als Teil der Gemein­schaft darstellt.

Schwä­bisch Gmünd als inklu­si­ve Modell­kom­mu­ne – ein Weg, der geschützt wer­den muss

Schwä­bisch Gmünd gehört seit 2018 zu den fünf bun­des­wei­ten Modell­kom­mu­nen im Pro­jekt „Kom­mu­ne Inklu­siv“ der Akti­on Mensch.
Das Pro­jekt setzt sich in zen­tra­len Lebens­be­rei­chen wie Arbeit, Frei­zeit, Sport und Bil­dung für gleich­be­rech­tig­te Teil­ha­be ein und wird von Stadt­ver­wal­tung, Ein­rich­tun­gen, Ver­ei­nen, Ver­bän­den und enga­gier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­gern gemein­sam getragen.

Die­ses Enga­ge­ment hat Schwä­bisch Gmünd zu einer der inklu­sivs­ten Städ­te im Land gemacht. Ein brei­tes Netz­werk, vie­le Begeg­nungs­pro­jek­te und ein star­ker Inklu­si­ons­bei­rat haben dazu bei­getra­gen, dass Men­schen mit unter­schied­li­chen Ein­schrän­kun­gen selbst­ver­ständ­lich Teil der Stadt­ge­sell­schaft sind. In sei­ner Neu­jahrs­an­spra­che am 11.01.2026 sag­te Herr Ober­bür­ger­meis­ter Richard Arnold aus­drück­lich, Men­schen mit Behin­de­rung gehö­ren zu uns. Sie brau­chen unse­re Unterstützung. 

Ein­schnit­te im Zuge des TPQG wür­den die­se posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen mas­siv gefähr­den und müh­sam auf­ge­bau­te Struk­tu­ren zunichtemachen.

Eine inklu­si­ve Gesell­schaft als gemein­sa­mer Anspruch

Eine wirk­lich inklu­si­ve Gesell­schaft erkennt man dar­an, wie sie mit ihren ver­letz­lichs­ten Mit­glie­dern umgeht.
Schwä­bisch Gmünd hat durch Kom­mu­ne Inklu­siv gezeigt, dass geleb­te Inklu­si­on mög­lich ist – durch Koope­ra­ti­on, Hal­tung und Sta­bi­li­tät. Die­ser Weg darf nicht ver­las­sen werden.

Infor­ma­ti­on, Mit­wir­kung und Unterschriftenaktion

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind u.a. hier zu fin­den: https://labewo.de/ und https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/

Ab Sams­tag, den 17. Janu­ar 2026 bit­ten Mit­glie­der der Lebens­hil­fe Schwä­bisch Gmünd, deren Ange­hö­ri­ge und Freun­de um Unter­schrif­ten im pri­va­ten und öffent­li­chen Raum, um ein sicht­ba­res Zei­chen gegen dro­hen­de Kür­zun­gen zu set­zen. In ein­zel­nen Geschäf­ten wer­den Unter­schrifts­lis­ten aus­ge­legt. Die Lis­ten wer­den am Frei­tag­vor­mit­tag, den 23. Janu­ar 2026 in der Geschäfts­stel­le der Lebens­hil­fe, Fried­hof­stra­ße 6, gesam­melt und gemein­sam verschickt.

Zur Unter­schrif­ten­lis­te

Jede Unter­schrift ist ein Bei­trag für den Erhalt der Teil­ha­be in Baden‑Württemberg.

Jede Hilfe zählt!

Bitte unterstützen auch Sie die Arbeit der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderungen.